In einer IT-Landschaft, die zuletzt fast ausschließlich von steigenden Kosten geprägt war, sorgt Microsoft zum 1. Februar 2026 für eine überraschende Wende: Die Listenpreise für Cloud-Services im Euroraum sinken um 7,4 %. Doch diese Preisanpassung ist kein Selbstläufer – sie erfordert aktives Handeln und präzises Timing.
Inhalte
1. Warum Microsoft die Cloud-Preise in Europa anpasst
2. Was sich seit dem 1. Februar 2026 konkret ändert
3. Das strategische Zeitfenster: Warum Sie vor Juli 2026 handeln müssen
4. Microsoft Dynamics 365: Lizenz-Preise und Einsatz im Fokus
5. Für welche Unternehmen der Zeitpunkt besonders relevant ist
6. Wie Unternehmen die Preisanpassung strategisch nutzen können
7. Sie benötigen Unterstützung für Ihre Lizenzstrategie?
8. Fazit
1. Warum Microsoft die Cloud-Preise in Europa anpasst
Microsoft verfolgt das Ziel einer globalen Preis-Harmonisierung. Da die Dienste intern in US-Dollar kalkuliert werden, führen Wechselkursschwankungen regelmäßig zu Anpassungen lokaler Währungen.
Die ökonomischen Hintergründe
- Währungsvorteil Euro: Durch die Stabilisierung des Euros gegenüber dem US-Dollar gibt Microsoft diesen kalkulatorischen Vorteil an Kunden im Euroraum weiter.
- Global Pricing Alignment: Ziel ist eine einheitliche Preisstruktur. Dies verhindert Arbitrage-Effekte bei multinationalen Konzernen, die Lizenzen über verschiedene Regionen beziehen.
- Marktdynamik: Die Senkung betrifft zentrale SaaS-Produkte wie Microsoft 365, Dynamics 365 und die Power Platform und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber lokalen Cloud-Anbietern.
2. Was sich seit dem 1. Februar 2026 konkret geändert hat
Seit dem Stichtag gelten die reduzierten Euro-Listenpreise. Die Umsetzung in bestehenden Infrastrukturen ist jedoch an vertragliche Bedingungen geknüpft.
- Stichtag 01.02.2026: Erst seit diesem Datum werden Neuverträge und Renewals auf Basis der gesenkten Preise berechnet.
- Laufende Verträge: Verträge mit fester Laufzeit (z. B. 12 oder 36 Monate) behalten ihren Preis bis zum Ende der Laufzeit bei. Ein proaktives Eingreifen ist hier zwingend erforderlich, um von der Senkung vorzeitig zu profitieren.
3. Das strategische Zeitfenster: Warum Sie vor Juli 2026 handeln müssen
Die aktuelle Preissenkung ist ein “Lichtblick mit Ablaufdatum”. Zum 1. Juli 2026 plant Microsoft signifikante produktgetriebene Preiserhöhungen.
- Integrierte KI-Modelle: Durch die tiefe Integration von Copilot-Funktionen in die Basislizenzen wird eine neue Preisstruktur erwartet, die Steigerungen von 5 % bis 33 % nach sich ziehen kann.
- Die 5-Monats-Chance: Das Zeitfenster zwischen Februar und Juni ist die einzige Phase, in der Unternehmen den Währungsvorteil (Minus 7,4 %) nutzen können, um sich gegen die kommenden KI-Aufschläge abzusichern.
4. Dynamics 365: Preise und Einsatz im Fokus
Änderungen der Listenpreise der Microsoft Dynamics 365 Lizenzen seit Februar 2026:
D365 Sales Enterprise (pro User/Monat) |
98,30 € |
91,00 € |
Kernvertrieb & Pipeline. |
D365 Sales Premium (pro User/Monat) |
140,40 € |
130,00 € |
KI-Insights & Sales Engagement. |
D365 Customer Service Enterprise (pro User/Monat) |
98,30 € |
91,00 € |
Case-Management & SLAs. |
D365 Customer Service Premium (pro User/Monat) |
182,50 € |
169,00 € |
Omnichannel & KI-Service. |
D365 Customer Insights (Data) (pro Tenant/Monat) |
1.591,30 € |
1.473,00 € |
Zentralisierung von Kundendaten (CDP). |
Hinweis: Die Preise sind Näherungswerte basierend auf der 7,4 % Senkung. Änderungen durch Microsoft vorbehalten.
Erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Lizenzmodelle von Dynamics 365 und wie Sie diese richtig einsetzen!
5. Für welche Unternehmen der Zeitpunkt jetzt besonders relevant ist
Strategische Relevanz nach Unternehmensprofil
- Renewals im Q1/Q2 2026: Diese Unternehmen stehen unmittelbar vor der Entscheidung. Ein Verpassen des Zeitfensters bedeutet den Verzicht auf signifikante Margenvorteile.
- Unternehmen vor der Cloud-Migration: Wer noch On-Premises-Systeme (NAV, AX, CRM) nutzt, findet im Frühjahr 2026 die optimalen Einstiegskosten für den Wechsel in die Cloud.
- Organisationen mit hohem Innovationsdruck: Unternehmen, die KI-Funktionen ausrollen wollen, sollten die Basislizenzen vor den Juli-Anpassungen sichern, um das Budget für die tatsächliche Implementierung (Consulting/Training) freizuhalten.
- Skalierende Mittelständler: Bei geplantem Headcount-Wachstum lassen sich durch ein frühzeitiges Lizenz-Lock-in die Kosten pro Mitarbeiter langfristig stabilisieren.
6. Wie Unternehmen die Preisanpassung strategisch nutzen können
Die technische und kaufmännische Roadmap
- Auditierung & Konsolidierung: Vor jedem Renewal sollte ein “Technical Audit” stehen. Identifizieren Sie ungenutzte “Zombie-Lizenzen” und bereinigen Sie Ihre Tenant-Struktur, bevor Sie die neuen Konditionen fixieren.
- Das “Lock-in” durch 3-Jahres-Commitments: Im Enterprise Agreement (EA) lassen sich die reduzierten Preise oft über 36 Monate sichern. Dies eliminiert das Risiko der jährlichen Preis-Volatilität.
- Strategisches “Early Renewal”: In Zusammenarbeit mit Ihrem Partner kann geprüft werden, ob ein vorzeitiger Vertragsneustart sinnvoll ist, um die Preiserhöhung im Juli um volle 12 bis 36 Monate zu umgehen.
- Lizenz-Mix Optimierung: Benötigt jeder User das Premium-Paket? Nutzen Sie die Umstellung für ein präzises “Right-Sizing”, um den Spareffekt der 7,4 % durch optimierte Lizenztypen zu potenzieren.
7. Sie benötigen Unterstützung für Ihre Lizenzstrategie?
Unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie in dieser kritischen Phase der Lizenzmodell-Veränderung. Wir begleiten Sie dabei, das Optimum aus dem Zeitfenster zwischen Februar und Juli 2026 herauszuholen:
- Analyse: Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Lizenzvereinbarung & Identifikation konkreter Kostenauswirkungen durch die 7,4 % Senkung sowie die kommenden Juli-Anpassungen.
- Strategische Beratung: Vergleich der Lizenzmodelle (z. B. Business vs. Enterprise) und Erarbeitung einer maßgeschneiderten Strategie, die Ihre Roadmap für KI und Wachstum berücksichtigt.
- Verhandlung: Fachliche Begleitung, um die vorteilhaften Preisstrukturen langfristig für Ihr Unternehmen zu sichern.
- Implementierung & Integration: Wenn Sie im Zuge der Preisanpassung zu CSP oder MCA-E wechseln oder Ihre Lizenzlandschaft grundlegend umstellen, unterstützen wir Sie als Implementierungspartner beim Übergang. Dies umfasst die technische Migration von Identity- und Access-Management (IAM), die Anpassung von Billing-Prozessen sowie den Aufbau nachhaltiger Governance-Strukturen.
Wir stellen sicher, dass die neuen Lizenzmodelle technisch und kaufmännisch optimal in Ihre bestehende Microsoft-Infrastruktur integriert werden.
Kontaktieren Sie uns für eine fundierte Analyse Ihrer aktuellen Lizenzsituation.
8. Fazit
Die Preissenkung im Februar 2026 ist eine strategische Opportunität. Wer die Phase zwischen Februar und Juni für eine fundierte Bestandsaufnahme und Vertragsanpassung nutzt, schützt sein Unternehmen effektiv vor den Kostensteigerungen der zweiten Jahreshälfte. Passivität führt in diesem volatilen Markt unweigerlich zu höheren Betriebskosten.